Ein Liebeslied für die Lärche:

Goldener Herbst auf der Alm

Es gibt Bäume, die man bewundert. Und es gibt Bäume, in die man sich verliebt. Bei uns auf der Rodenecker-Lüsner Alm ist es die Lärche. Das ganze Jahr über steht sie still, bescheiden und etwas unscheinbar zwischen den Fichten. Und dann, im Herbst, fängt sie an zu leuchten. Erst zaghaft. Dann golden. Dann so, dass du aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommst.

Wir finden, dass so viel Natur-Schönheit ein Liebeslied verdient. Hier ist unseres. In drei Strophen und einem Refrain. Wenn du mit einstimmst, lehrt die Lärche dich vielleicht sogar etwas über das Leben.

Strophe 1: Ach, du Wundersame, Kluge, Schöne!


Die Lärche ist ein Nadelbaum, der sich wie ein Laubbaum benimmt. Sie ist der einzige in Europa heimische Nadelbaum, der im Herbst seine Nadeln abwirft. An sonnigen Wintertagen, wenn der Boden gefroren ist, würde der Baum über seine Nadeln Wasser verlieren und unten im Boden zu wenig Nachschub finden. Also lässt die Lärche los. Und steht den Winter über kahl, geduldig und gut geschützt.

Loslassen, um gut durch den (inneren) Winter zu kommen. Was für ein Sinnbild. Frag dich ruhig: Was darfst du diesen Herbst loslassen? Einen Termin? Eine Erwartung an dich selbst? Ein bisschen Gedöns?

 

Strophe 2: Die Zarte mit dem harten Kern


Wenn du einen Lärchenzweig streichelst, spürst du die Zartheit dieses Baumes: Die Nadeln sind weich, fast wie Federn. 20 bis 40 Stück wachsen in kleinen Büscheln zusammen, wie winzige Pinsel.

Und doch ist die Lärche eine der Zähesten im Bergwald. In den Alpen wächst sie bis auf rund 2.500 Meter. Sie verträgt Kälte bis minus 40 Grad und die Hitze des Hochsommers. Sie braucht viel Licht, Förster nennen sie gerne einen „Lichtbaum". Ihr Holz ist das härteste und schwerste unter den europäischen Nadelhölzern, Zimmerleute schätzen es für Dachstühle, Fenster und Fassaden. Und ihr Harz, das Lärchenpech, wird in der Volksheilkunde seit Langem geschätzt. Weich außen, stark innen. Eine Kombination, die auch uns Menschen sehr gut steht, findest du nicht?

 

Strophe 3: Die Weise aus dem Ultental


Etwa zwei Autostunden westlich vom Naturhotel Runa, im Ultental, stehen drei ganz besondere Exemplare: die Ultner Urlärchen. Sie werden auf rund 850 Jahre geschätzt und dürften um das Jahr 1150 gekeimt sein. Die höchste von ihnen misst 36,5 Meter, ein Stamm hat über acht Meter Umfang.

Was diese Bäume alles gesehen haben! Krieg und Frieden, Hungerwinter und Rekordsommer. Jeden Herbst: Gold. Jeden Winter: loslassen. Jeden Frühling: frisches Grün. Das ist der Rhythmus der Natur. Einer, in dem wir Menschenskinder keine Rolle spielen. Oder doch?

 

Refrain: Goldene Stunden des herbstlichen Glücks


Und jetzt komm mit, raus auf den Almboden. Es ist später Nachmittag, die Sonne steht tief. Die Luft ist klar und kühl und riecht nach Harz und ein bisschen nach Melancholie. Über dir leuchten die Lärchen, als hätte jemand Licht in ihre Zweige eingewoben. Ein Windstoß fährt durch die Kronen, und die Nadeln tanzen wie goldener Schnee durch die Luft. Was für ein Augenblick.

Komm bald zu uns auf die Rodenecker-Lüsner Alm und schenk der Lärche dein eigenes Liebeslied. Hier findest du unsere aktuellen Angebote. Wir freuen uns auf dich!

Newsletter

Liebesbriefe aus den Bergen? Sehr gern! Abonniere den exlusiven Runa-Newsletter und bleibe immer bestens informiert.